AktuellProjekteKampagnenÜber Solidar SuisseSpenden

Durchbruch für Hausangestellte bei der ILO

 16. 06. 2011  

Grosser Erfolg im weltweiten Kampf für würdige Arbeitsverhältnisse: Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat am 16. Juni 2011 eine Konvention und Empfehlungen zum weltweiten Schutz der Hausangestellten verabschiedet.


Die heute in Genf verabschiedete Konvention für «Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte» legt erstmals weltweite Standards für Arbeitsverhältnisse in der informellen Ökonomie fest. «Heute ist ein historischer Tag für die 100 Millionen Hausangestellten weltweit», freut sich Zoltan Doka, Delegierter von Solidar Suisse an der 100. ILO-Konferenz.


Konvention rasch ratifizieren

 

Solidar Suisse engagiert sich in mehreren Ländern für die Rechte von Hausangestellten. Wir begrüssen den Entscheid der ILO deshalb und sind überzeugt, dass der heutige Entscheid politische Wirkung für die Arbeitsrechte dieser Menschen hat. Den Bundesrat fordert Solidar Suisse auf, eine rasche Ratifizierung der Konvention umzusetzen. Dies nicht nur für die Hausangestellten in der Schweiz, sondern auch als Signal an die Staatengemeinschaft die Ratifizierung der Konvention voran zu treiben.

 

Schutz vor Diskriminierung

 

Ziel der Konvention ist es, die Arbeitsbedingungen von über 100 Millionen Hausangestellten zu regeln und globale Standards zum Schutz der Hausangestellten festzulegen. Die unterzeichnenden Staaten müssen auch im Bereich der Hauswirtschaft Zwangs- und Kinderarbeit sowie jegliche Form der Diskriminierung abschaffen und die gewerkschaftlichen Rechte der Arbeitnehmenden garantieren. Ein schriftlicher Arbeitsvertrag, welcher Lohn, Arbeitszeiten, Freizeit und weitere wichtige Arbeitsverhältnisse regelt, wird Pflicht. Zudem etabliert das Vertragswerk international gültige Mindeststandards (mindestens 24 Stunden Freizeit am Stück, Respekt vor Schutzalter- und Mindestlohnbestimmungen sowie der Sozialversicherungsansprüche). Weitere Artikel betreffen die speziellen Rechte von Migranten/innen, den Schutz vor Missbrauch, die Vermittlung von Hausangestellten durch spezielle Rekrutierungsbüros sowie die adäquate Information der Beschäftigten über ihre Rechte und die Kontrolle der Mindestbestimmungen durch die Behörden.

Die jahrelange Kampagnen und Lobby Arbeit von Gewerkschaften und NGO’s führte zu einer ersten Debatte an der letztjährigen ILO Konferenz. In der zweiten Behandlung bei der diesjährigen ILO Konferenz konnte die Schlussfassung sogar noch verbessert werden. Dank der robusten Haltung der Gewerkschaftsdelegation aber auch der konstruktiven Haltung von vielen Regierungsvertretern und der Arbeitgeber Delegation konnte diese griffige Konvention erarbeitet werden.

 

Link zur Webseite der ILO

 

Bewegte Bilder von der Annahme der Konvention: