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Tsunami-Wirkungsanalyse bestätigt Solidar Suisse

 11. 12. 2014  
Heute stellt die Glückskette zusammen mit Solidar Suisse die Resultate einer unabhängigen Wirkungsanalyse zur Nothilfe nach dem Tsunami vor. Gemäss dieser Analyse können knapp 90 Prozent der Begünstigten heute ihre Grundbedürfnisse wieder gut abdecken. Etwas mehr als zehn Prozent bekunden hingegen noch erhebliche Schwierigkeiten. Solidar engagierte sich in Sri Lanka in der Nothilfe und nach dem Bürgerkrieg im langfristigen Wiederaufbau.
 
Das Resultat der zwischen April und November 2014 in Indien, Indonesien und Sri Lanka durchgeführten Wirkungsanalyse ist erfreulich: „Dass insgesamt 87 Prozent der Menschen ihre Grundbedürfnisse wieder abdecken können und nur noch 13 Prozent mit grossen Schwierigkeiten kämpfen, bestätigt klar eine Verbesserung ihrer Lebenssituation, was sich auch auf die Zufriedenheit der Begünstigten auswirkt,“ sagt Adriaan Ferf, Leiter der Wirkungsanalyse.
 
Rund die Hälfte der Befragten sah im Wiederaufbau ihrer Häuser die wichtigste
Basis für die Verbesserung ihrer Lebenssituation. So hatten die Familien ein sicheres Dach über dem Kopf und konnten ihre Zeit und Energie darauf verwenden, wieder selbständig ein Einkommen zu erwirtschaften, den Kindern den Schulunterricht zu sichern oder sich in die Gemeinschaft einzubringen.
 
Solidar Suisse engagierte sich nach der ersten Nothilfe – als dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel verteilt wurden – im Wiederaufbau. In Sri Lanka fand dieser unter grossen Schwierigkeiten statt. Die von Solidar geplanten sechs Dörfer, die rund 10‘000 Menschen ein stabiles neues Heim bieten sollten, wurden im Bürgerkrieg vollständig zerstört. Ausserdem musste Solidar das Projektgebiet während des Krieges verlassen.  Daraufhin lancierte das Hilfswerk ein neues Projekt: die Beseitigung der festen Abfälle in den Flüchtlingscamps, wo zeitweise 200‘000 Menschen auf engstem Raum leben mussten. Damit verbesserte Solidar die Hygienesituation in den Flüchtlingscamps und leistete einen wichtigen Beitrag zur Seuchenprävention.
 
Als die Vertriebenen nach dem Krieg in ihre Dörfer zurückkehrten ermöglichte ihnen Solidar mit Velos Mobilität. Starter-Kits mit Hygieneartikeln, Kleidern, Regenschutzmaterial und Kochutensilien erleichterten über 50‘000 Heimkehrenden die Rückkehr. Ausserdem leistete Solidar Anschubfinanzierung, damit kleine Werkstätten, Läden und Schneidereien wieder flott gemacht werden konnten, und sorgte mit der Bezahlung von Aufräumarbeiten in den häufig zerstörten Dörfern dafür, dass die Menschen ein Einkommen hatten und gleichzeitig ihren Lebensraum wieder aufbauen konnten.
 
Heute, nach zehn Jahren, ist Solidar Suisse immer noch in Sri Lanka tätig. Die klassische humanitäre Nothilfe ist in Entwicklungszusammenarbeit übergegangen. Mittlerweile unterstützt Solidar Gruppen von BäuerInnen und FischerInnen in der Produktion von Erdnüssen, Seetang, Chili, Besen und Bürsten. Nach rund zwei Jahren gibt es bereits über 30 solcher Gruppen, die rund 1500 Haushalte ernähren.
 
Die Arbeit von Solidar Suisse in Sri Lanka belegt eine Kernthese der Wirkungsanalyse: Die Unterstützung zur Einkommensförderung war vor allem dann erfolgreich, wenn auf bestehenden Strukturen, Fähigkeiten und Möglichkeiten aufgebaut werden konnte.
 
Esther Maurer, Direktorin von Solidar Suisse, meint denn auch: „Obwohl reine Nothilfe besonders nach einer grossen Katastrophe wichtig ist, bietet sie keine nachhaltige Armutsüberwindung. Gerade in Sri Lanka war es wegen des Bürgerkriegs unerlässlich, länger zu bleiben und die Menschen nicht im Stich zu lassen.“ Um die Nachhaltigkeit der Projekte zu gewährleisten, baut Solidar Suisse auf den  bestehenden Strukturen, Möglichkeiten und Fähigkeiten der Menschen auf. Heute, in einem stabileren Umfeld, hat Solidar die Projektarbeit vermehrt auf Gruppen ausgerichtet – sie  können eine breitere Palette, Qualität und Menge an Produkten bieten, wie es Einzelne vielfach nicht  vermögen.