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Soni Gul verschafft sich Respekt

 12. 12. 2014  
In Pakistan können sich junge Frauen dank der Unterstützung von Solidar eine Existenzgrundlage aufbauen und Respekt verschaffen.

«Früher habe ich nur Kinderkleider gemacht, für 50 Rupien (ca. 50 Rappen) pro Stück», erzählt die 24-jährige Soni Gul aus Pakistan. «Dank der Weiterbildung von Solidar kann ich nun komplizierte Designs nähen und erhalte 350 Rupies für ein Kleid.» Soni Gul ist stolz darauf, dass auch bessergestellte Leute bei ihr Kleider in Auftrag geben, die früher zum Schneider in die Stadt fuhren.
Seit der Jahrhundertflut in Pakistan im Jahr 2010 unterstützt Solidar Suisse die Betroffenen dabei, sich wieder eine Existenz aufzubauen. Auch das Haus der Familie von Soni Gul wurde von den Fluten zerstört, ausserdem hatte die Familie kein Einkommen mehr, weil ihr Vater nach einem Herzinfarkt nicht mehr arbeiten konnte.
Seit ihrer Nähausbildung trägt Soni Gul entscheidend zum Familieneinkommen bei, was auch ihre Bewegungsfreiheit erhöht hat. «Ich gehe auf den Markt, um Stoff einzukaufen und zu sehen, welche Kleiderdesigns Mode sind.» Keine Selbstverständlichkeit im ländlichen Norden Pakistans, wo viele Frauen das Haus ohne Begleitung nicht verlassen dürfen. Da sie sich als talentierte Schneiderin erwiesen hat, gibt sie ihr Wissen inzwischen auch an andere Frauen weiter.
Zwar gibt es Stimmen im Dorf, die es nicht richtig finden, dass Soni Gul alleine auf den Markt fährt, doch davon lässt sie sich nicht beeindrucken. Sie wird von ihrem Vater unterstützt und freut sich, dass sich ihre Position in der Familie verändert hat: «Alle finden mich wichtig, weil ich die Familie versorge. Da ich die Studien meiner Brüder finanziere, respektieren sie mich.»